Saisonende - Westendorfer Ringer verlieren Rückkampf gegen Adelhausen und lassen sich von den Fans feiern

von frw

(gru) Die Westendorfer Ringer sind zwar im Achtelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft am großen Favoriten TuS Adelhausen gescheitert, doch das spielte nach der 7:23-Niederlage im Rückkampf keine Rolle mehr. Sie ließen sich von ihren Fans feiern und das zurecht. „Wir haben uns super verkauft“, zieht der Tiroler Daniel Gastl ein für ihn positives Fazit nach seiner ersten Saison beim TSV Westendorf.

 

Mit sieben eigenen Ringern traten die Ostallgäuer im letzten Saisonkampf vor eigenem Publikum an. Den Auftakt bildete im leichtesten Limit bis 57 Kilogramm (Greco) Niklas Stechele. Er trat gegen Nick Scherer an. Obwohl der Westendorfer zur Pause bereits mit 0:9 zurücklag und fast schon eine Schulterniederlage davontrug, holte er beherzt Punkt um Punkt auf und verlor am Ende unglücklich mit 9:11-Wertungspunkten. Bis 130 Kilogramm hatte Patrick Riedler (Freistil) mit Michael Kaufmehl einen schweren Brocken zum Gegner. Der Südbadener gewann am Ende relativ unspektakulär mit 15:0-Wertungspunkten. Markus Stechele (61 kg/Freistil) schlug sich gegen den international erfahrenen Zoheir El Quarraque wacker. Doch gegen den Franzosen musste er sich mit 0:16 vorzeitig geschlagen geben. Die Gäste führten bereits nach drei Kämpfen mit 9:0, ehe Daniel Gastl (Greco) einen Jubelsturm auslöste, als er im Halbschwergewicht (98 kg) Arian Güney die Grenzen aufzeigte. Der 24-jährige Tiroler war bärenstark im Boden und bezwang den deutschen Meister von 2017 mit 13:0. Im letzten Kampf vor der Pause ging Philipp Reiner (66 kg/Greco) für den verletzten Christopher Kraemer auf die Matte. Reiner hatte Jörn Schubert zum Gegner, gab alles und verlor nach technischer Überlegenheit des Südbadeners mit 0:15-Wertungspunkten. Adelhausen führte zwischenzeitlich mit 13:3.

 

Mit Beginn der zweiten Hälfte verlor Philipp Geisenberger (86 kg/Freistil) gegen Stephan Brunner ebenfalls deutlich mit 0:15 Punkten. Den zweiten Einzelsieg des Abends für Westendorf holte Mehmed Feraim (71 kg/Freistil). Der Bulgare zwang den sechs Kilogramm schwereren Kai Vögtlin mit 7:0-Punkten in die Knie. Mit Bozo Starcevic sah das Publikum einen kroatischen Spitzenathleten auf Seiten der Gäste. Der Fünftplatzierte der Olympischen Spiele von Rio hatte mit Michael Heiß (80 kg/Greco) so seine Probleme. Heiß kämpfte verbissen und ging sogar zwischenzeitlich 5:2 in Führung, ehe dann doch kurzzeitig die Erfahrenheit aufblitzte. Hinzu kam, dass der Unparteiische die Passivität des Kroaten nicht ahndete. Wie schon im Hinkampf gewann der Kroate mit 10:6. „Die Niederlage daheim schmerzt schon etwas mehr. Nach der Pause habe ich nicht mehr den Anschluss gefunden“, war es für Heiß schlicht ein weiteres großes Erlebnis.

 

In den beiden Abschlusskämpfen im Limit bis 75 Kilogramm standen für Westendorf Zakarias Tallroth (Greco) und Simon Einsle (Freistil) auf der Matte. Während der Schwede – übrigens mit neuem Haarlook – gegen Sascha Keller einen sicheren 6:0-Sieg feierte, musste sich der 20-jährige Einsle der Übermacht des Kubaners Reinier Perez mit 2:17 geschlagen geben. „Westendorf hat sich gut und teuer verkauft, sie konnten den Kampf nicht gewinnen. Adelhausen war breiter aufgestellt“, sagte DRB-Vizepräsident Sport, Günter Maienschein, nach seinem zweiten Besuch im Ringerdorf. Für die kommende Saison hat er bereits angekündigt, wieder nach Westendorf zu kommen. „Es ist hier einmalig, einfach was Besonderes.“

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