Nachgefragt bei Cheftrainer Klaus Prestele +++ Saisonstart am Samstag

von frw

(gru) Eine lange und kräftezehrende Vorbereitungsphase ist zu Ende. Die Bundesliga-Ringer des TSV Westendorf starten am heutigen Samstag mit ihrer neuen Saison. Auftaktgegner ist der RSV Rotation Greiz, der in der vergangenen Saison hauchdünn das Finale in der Regionalliga Mitteldeutschland gegen den AVG Markneukirchen gewann. Die Ostthüringer gehen gestärkt und zuversichtlich in die neue Runde. Doch wie steht es um den TSV Westendorf? Wir haben uns im Vorfeld mit Cheftrainer Klaus Prestele unterhalten.

 

Westendorf geht in seine zweite Bundesliga-Saison. Wie schätzen Sie Ihr Team ein?

 

Prestele: Ich glaube, unsere Stärke ist vergleichbar mit dem Team aus dem Vorjahr. Leider hat nun endgültig Philipp Heiß seine Ringerschuhe an den Nagel gehängt. Mit Maximilian Goßner und Christian Stühle sind wieder zwei Ringer zurück. Die Mannschaft ist aber zusammengeblieben. Ich freue mich, dass Steve Masuch wieder zurück im Team ist. Das gibt der Mannschaft einen großen Schub.

 

Auf den Ausländerpositionen gibt es ja auch Verstärkung.

 

Prestele: Richtig. Vom ukrainischen Nationalkaderathlet Murazi Mchedlidze erhoffe ich mir sehr viel. Froh sind wird, dass Zakarias Tallroth und auch Daniel Gastl wieder unterschrieben haben. Ich bin gespannt auf die Auftritte von Filip Novachkov. Er ringt in dieser Saison für Mehmed Ferraim.

 

Ist denn Ihrer Meinung das Niveau an sich in der Liga stärker geworden?

 

Prestele: Definitiv. Die Liga ist stärker einzuschätzen. Wir haben mit Greiz einen bärenstarken Aufsteiger, der sich mit internationalen Spitzenringern verstärken konnte. Gleichzeitig hat auch Nürnberg auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Wir müssen abwarten, inwieweit wir hier mithalten können und was möglich ist.

 

Zum ersten Mal kommt das sogenannte Punktesystem zum Einsatz. Die Gesamtanzahl von 28 Punkten je Mannschaft darf nicht überschritten werden. Muss sich der TSV hier überhaupt Gedanken machen?

 

Prestele: Überhaupt nicht. Wir könnten mit vier Weltmeistern ringen und hätten dann auch hier keine Probleme mit dem neuen Punktesystem. Warum? Weil wir mindestens sechs Westendorfer Ringer auf die Matte schicken. Alle deutschen Sportler sind Westendorfer. Das sieht bei den anderen Mannschaften etwas anders aus. Insgesamt finde ich diese Maßnahme eine sehr gute Entwicklung für unseren Ringkampfsport, um auch eine gewisse Wettbewerbsfähigkeit herzustellen.

 

Greiz ist der Auftaktgegner. Rund 1000 Fans werden bei diesem Duell gegen Westendorf erwartet. Was wissen Sie über den Gegner?

 

Prestele: Zu meiner Zeit beim SV Luftfahrt Berlin habe ich beispielsweise mit Martin Obst und Daniel Sartakov trainiert. Sie haben in meiner Mannschaft gerungen. Ich kenne sie sehr gut, auch die polnischen Athleten Mateusz Wolny und Dawid Karecinski. Auch in den Schwergewichtsklassen haben sie sich verstärkt sowie im Leichtgewicht. Ich gehe davon aus, dass Vladimir Codreanu nicht zu besiegen sein wird.

 

Also ein schweres Unterfangen gleich zu Beginn?

 

Prestele: Wenn sie voll aufstellen, wird es für uns schwer werden hier zu gewinnen. Greiz hat einen Hexenkessel.

 

Anders als im Vorjahr qualifizieren sich heuer nur die besten acht Mannschaften aus allen drei Staffeln für das Viertelfinale. Was ist für Westendorf möglich?

 

Prestele: Wir wollen in unserer Staffel um diesen zweiten oder dritten Platz, wenn es irgendwie geht, mitringen. Ob es uns gelingt, kann ich jetzt noch nicht einschätzen. Das ist aber unser Ziel. Tuchfühlung auf Platz drei zu bleiben. Burghausen ist nicht zu schlagen. Alle anderen Mannschaften sind auf einem ähnlichen Leistungsniveau. Es wird sehr spannend, weil hier jeder jeden schlagen kann.

 

Interview/Fotos: Stefan Günter

 

Über Gegner RSV Rotation Greiz:

 

Der Aufsteiger aus Thüringen hat sich für sein Abenteuer Bundesliga vehement verstärkt. Ein regelrechter Umbruch fand hier statt. Während sechs Athleten den Verein verließen, wurden allein elf Neuzugänge verpflichtet. Darunter zählen Hochkaräter wie Dawid Karecinski aus Polen oder Alexander Grebensikov. Ebenfalls im Team ist auch der amtierende Vize-Europameister von 2018, Martin Obst. Als Saisonziel haben die Greizer einen Mittelfeldplatz im Visier. Doch die Konkurrenz in der Südost-Staffel schätzt den Liganeuling um ein Vielfaches stärker ein.

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