Nachfragt vor Play-Off-Kampf in Adelhausen mit Cheftrainer Klaus Prestele

von frw

Cheftrainer Klaus Prestele (links im Bild) mit Philipp Heiß (Mitte) und Coach Bernhard Hofmann. Foto: Stefan Günter

(gru) Es ist einer von zwei Höhepunkten für den TSV Westendorf in der Ringer-Bundesliga: Wenn am heutigen Samstag (2.12.) für die Ostallgäuer die Fahrt ins badische Rheinfelden in den Landkreis Lörrach führt, geht der Tabellenfünfte der Südost-Staffel als krasser Außenseiter auf die Matte. Es ist angerichtet für das Achtelfinale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Der Gegner ist kein geringerer als TuS Adelhausen, die mit einer starken Mannschaft Rang zwei in der Südwest-Gruppe am letzten Hauptrundenkampftag fixierten. Vor dem ersten Duell sprachen wir mit Westendorfs Cheftrainer Klaus Prestele.

 

Die große Hürde, die Play-Off-Runde zu erreichen, wurde mit Platz fünf erreicht. Wie viel Kraft hat die Hauptrunde für jeden einzelnen Ringer gekostet?

 

Prestele: Wir haben eine Mannschaft, die von Wochenende zu Wochenende aus denselben Sportlern besteht. Eine Pause hat keiner bekommen. Wir ringen durch, das ist ganz normal. Allerdings zehrt das schon an den Kräften. Man darf auch nicht vergessen, dass es auch unter der Woche ‚Englische Wochen’ gegeben hat. Somit hatten wir auch hier weniger Regenerationszeit. Wir befinden uns jetzt in der heißen Phase.

 

Welche Ringer haben Sie schwer beeindruckt?

 

Prestele: Es fällt mir jetzt schwer, einzelne Athleten herauszupicken. Jeder Ringer hat einen enormen und wichtigen Beitrag geleistet, dass die Saison so verlaufen ist, wie sie ist. Wir haben Sportler in unseren Reihen, die Siege holen müssen. Dann haben wir Ringer, die vom eigentlichen Bundesliga-Niveau noch etwas entfernt sind, aber sich dennoch in den Dienst der Mannschaft stellen und alles geben. Sie halten ihre Ergebnisse knapp, in dem sie versuchen, die eigene Niederlage in Grenzen zu halten.

 

Mit TuS Adelhausen bekommt Westendorf eine routinierte Bundesligamannschaft vorgesetzt. Wie entscheidend ist gerade in so einem Duell die Taktik?

 

Prestele: Adelhausen ist eine der der ambitionierten Mannschaften in der Bundesliga, die sich auch den Gesamtsieg ausrechnen. Das ist ihre Zielaussetzung. Sie gehören zu den besten Mannschaften. Sie sind qualitativ hoch aufgestellt, haben eine gewisse Breite und einen großen Kader. Dadurch ist es für uns schwierig. Wir wissen nicht wie sie aufstellen werden. Wir müssen auf uns schauen. Westendorf geht als Außenseiter in den Kampf hinein. Adelhausen hat sich die Favoritenrolle schon selbst zugesteckt, alles andere wäre auch unverständlich.

 

Was ist denn möglich in Adelhausen?

 

Prestele: Auswärts sind wir wesentlich besser aufgestellt als eine Woche später daheim. Wir müssen versuchen den Hinkampf so knapp wie möglich zu gestalten. Ob uns das gelingen wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersagen.

 

Was für einen Typ Gegner erwartet Westendorf?

 

Prestele: Adelhausen ist eine sehr erfahrene Mannschaft. Sie gehören quasi zum Inventar in der Ringer-Bundesliga. Sie haben ganz andere finanzielle Möglichkeiten als der TSV Westendorf. Ja, wir treffen auf einen Meisterschaftsfavoriten, der einerseits über qualitativ starke Athleten verfügt, die auch auf Welt- und Europameisterschaften erfolgreich waren. Andererseits haben sie nicht nur jede Menge Erfahrung, sondern auch viel Selbstvertrauen.

 

Gibt es Schlüsselkämpfe gegen Adelhausen?

 

Prestele: Das kann ich erst nach dem offiziellen Wiegen sagen. Ich weiß nicht, wie sie aufstellen werden. Unser Daniel Gastl wird wohl auf Christian John treffen. Da erwarte ich mir einen engen Kampf

 

Freuen Sie sich auf den Kampf?

 

Prestele: Und wie. Das wird ein echtes Highlight.

 

Interview: Stefan Günter

 

Über Gegner TuS Adelhausen

Mit 19:5-Punkten haben die Südbadener die Südwest-Staffel als Tabellenzweiter abgeschlossen. Während sie die Rückrunde ohne Niederlage zu Ende brachten, gaben sie in der Vorrunde fünf Punkte ab. Im Derby gegen die RKG Freiburg 2000 kam Adelhausen nicht über ein 11:11-Unentschieden hinaus. Die beiden Niederlagen kassierten sie jeweils in Neckargartach (10:12) und Mainz (13:14). Sie haben einen extrem starken Kader und sind breit aufgestellt. Mit Ivo Angelov haben sie sogar einen Welt- und Europameister. Der Bulgare konnte in den letzten Jahren in der Bundesliga von keinem Ringer bezwungen werden. Auch in der abgelaufenen Hauptrunde war er sowohl im Limit bis 61 als auch bis 66 Kilogramm im griechisch-römischen Stil siegreich. Auffallend: Jeder Kampf endete mit 4:0-Punkten für den Bulgaren. Mit Christian John und Alexander Semisorow hat Adelhausen zwei amtierende deutsche Meister in seinen Reihen. Arian Güney holte sich heuer den Vizetitel.

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