Auf Feraim folgt Novachkov +++ Westendorfer Ringer setzen weiterhin auf bulgarische Topringer

von frw

Filip Novachkov aus Bulgarien. Foto: privat

(gru) Nach den Weiterverpflichtungen von Zakarias Tallroth (Schweden) und Daniel Gastl (Österreich) sowie dem Neuzugang Murazi Mchedlidze aus der Ukraine präsentieren die Westendorfer Ringer für die neue Bundesliga-Saison einen weiteren Spitzenringer. Mit Filip Novachkov aus Bulgarien haben die Ostallgäuer einen erfahrenen Athleten, der im freien Stil in den Gewichtsklassen bis 66 und 71 Kilogramm auf die Matte gehen wird. Der 30-Jährige kommt auf Empfehlung von Mehmed Feraim.

 

Der Publikumsliebling der Westendorfer war drei Jahre eine feste Stütze im Team. Doch Feraim hat schon in der vergangenen Saison angekündigt, eine Pause einzulegen. Das beinhaltet nicht nur sein Engagement im TSV-Dress, sondern auch das in der bulgarischen Nationalmannschaft. „Mehmed hat menschlich sehr gut in unser Team gepasst. Doch diejenigen, den es aufgefallen ist, stellten fest, dass er sich extrem schwergetan hat, das Gewicht zu machen. Er war immer einer großen Belastung ausgesetzt“, erklärt Cheftrainer Klaus Prestele den Hintergrund. „Sicherlich respektieren wir seinen Wunsch nach einer Auszeit, wenn gleich es uns auch sehr schwerfällt, ihn nicht in Westendorf auflaufen zu sehen. Doch er wird auch privat von seiner Familie gebraucht“, ergänzt der 40-jährige Übungsleiter. Derweil hofft man, dass sie Feraim nicht zum letzten Mal gesehen haben. Unvergessen bleiben seine Auftritte, die er in der Sparkassen Arena und auch in der Fremde zelebriert hat. Allein fünf technische Überlegenheitssiege und sechs weitere Erfolge in der Hauptrunde untermauern die Stärke des 25-jährigen Ausnahmeathleten. Nur ein einziges Mal musste er die Segel streichen, als er in einem Wahnsinns-Duell gegen den Georgier Beka Lomtadze (SV Wacker Burghausen) verlor.

 

Nun soll es Filip Novachkov richten. Der 30-Jährige ist kein Unbekannter unter den TSV-Ringern. „Er war schon des Öfteren bei uns zu Besuch und hat auch mittrainiert“, erzählt Prestele und verweist dabei auf seinen „amerikanischen Ringstil“, den er sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Novachkov ist ein schlaksiger Typ und ringt sehr offensiv. „Es bleibt natürlich abzuwarten, ob er die Erwartungen, die ich in ihn setze, auch erfüllen kann.“ Man habe sich im engsten Kreis die Entscheidung auch nicht leichtgemacht, so Prestele weiter. Viele Kämpfe wurden angeschaut und analysiert. Am Ende fiel die Wahl auf den Bulgaren, der zwar zur Stammmannschaft gehört, „doch ich behalte mir vor, taktische Umstellungen vorzunehmen“, macht der Cheftrainer deutlich. Novachkov zeigte übrigens in diesem Jahr beim international besetzten Don Kolov-Turnier in Sofia einen starken Auftritt, als er den fünften Platz belegte. Vor zwei Jahren stand er sogar als Dritter auf dem Siegerpodest. Stefan Günter

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