Toller Einstand bei der ersten „Deutschen“
(mhe) Einen tollen Einstand feierten Philipp Geisenberger und Felix Jürgens bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft im Ringen. Der 12-jährige Philipp Geisenberger kämpfte sich in der Gewichtsklasse bis 42kg bis ins kleine Finale vor und konnte sich am Ende über einen starken 4. Platz freuen. Der gleichaltrige Felix Jürgens ging eine Gewichtsklasse höher an den Start und verpasste mit dem 12. Platz eine Top 10 Platzierung nur knapp.
Schon am Freitag reisten die zwei Schützlinge von Cheftrainer Thomas Stechele ins Saarländische Ebbelborn in der Nähe von Saarbrücken. Nach 5 Stunden Anfahrt und dem obligatorischen Wiegen stand Freitagabend der erste wichtige Kampf an. Dank einer starken taktischen Leistung landete Philipp Geisenberger gegen den ebenbürtigen Lars Bittermann aus Nordbaden gleich den ersten so wichtigen Sieg. Nachdem er auch seinen zweiten Kampf sicher für sich entscheiden konnte, ging es gegen seinen Angstgegner Dominik Winkler, der ebenfalls für Bayern startete. Bei den Bayerischen Meisterschaften konnte er den überlegenen Burgebracher nach 0:11 Punkterückstand noch mit einem Kopfzug sensationell kurz vor Schluss „schultern“. Dieses Mal war dieser jedoch gewarnt. Aber auch Philipp stellte sich nun besser auf den späteren Silbermedaillengewinner ein und verlangte ihm alles ab. In zwei Runden musste er sich lediglich jeweils mit 0:1 Punkten geschlagen geben. Durch diese Niederlage lies sich der Westendorfer aber nicht aus dem Konzept bringen und meldete sich mit einem Schultersieg im vierten Kampf zurück. Samstagabend stand schließlich der entscheidende Kampf um den Einzug ins kleine Finale an. Im Standkampf verteidigte er in beiden Runden ein 0:0 und konnte somit mit einer abgewehrten Bodenlage in der ersten Runde und einem „Durchdreher“ in der zweiten Runde das Duell für sich entscheiden. „Philipp hat in allen Kämpfen unser taktisches Konzept perfekt umgesetzt und seine Kämpfe gegen die körperlich oft stärkeren Gegner im angeordneten Bodenkampf wie erhofft entscheiden können“, freute sich Betreuer Martin Heiß über die Leistung seines Schützlings. Am Sonntag verpasste Philipp die Bronzemedaille letztendlich knapp und musste die Überlegenheit des Sachsen Chris Schneider vor allem im Standkampf respektieren.
Felix Jürgens startete in der Gewichtsklasse bis 46kg extrem unglücklich in das Turnier und musste im ersten Kampf eine hauchdünne Niederlage hinnehmen. Nachdem er die erste Runde ganz knapp abgeben musste, konnte er mit dem Gewinn der zweiten Runde wieder ausgleichen. Nach 0:0 im Standkampf musste in der dritten Runde der Bodenkampf über Sieg und Niederlage entscheiden. Der Westendorfer konnte anfangs wie erwartet seine Stärke in der Bodenabwehr ausspielen und hatte den Auftaktsieg schon fast in der Tasche. Der stark kämpfende Südbadener gab jedoch nicht auf und konnte 2 Sekunden vor Kampfende doch noch punkten und somit den Kampf für sich entscheiden. In der zweiten Begegnung zeigte sich Felix jedoch unbeeindruckt von der Niederlage und konnte sein ganzes Können ausspielen. Er siegte nach tollen Techniken im Standkampf verdient mit 2:1 Runden. Im dritten Kampf musste er sich, gehandicapt durch ein lädiertes Knie, dem späteren Finalteilnehmer geschlagen geben und konnte somit aufgrund der zweiten Niederlage nicht weiter vorrücken. „Felix hatte das Pech, dass er mit knapp 46kg Normalgewicht kein Gewicht abnehmen konnte. Somit hatte er körperlich klare Nachteile im Vergleich zu seinen Gegnern, welche oft 2-3 Kilo für das Highlight des Jahres abkochen. Ein 12. Platz kann sich dennoch bei den ersten Deutschen Meisterschaften sehen lassen“, analysierte Martin Heiß das Abschneiden des Westendorfer Talents.
„Beide Ringer gehörten dieses Jahr zum jüngeren Jahrgang und dürfen nächstes Jahr nochmals in der gleichen Altersgruppe an den Start gehen, während viele der diesjährigen Medaillengewinner eine Altersklasse aufrücken müssen. Wenn die zwei Jungs weiter an ihren Techniken arbeiten, können Sie nächstes Jahr wieder ganz vorne mitringen“, freute sich Cheftrainer Thomas Stechele.
Von "phe" am 19.04.2010 - 22:03 (4105 Zeichen)
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